CD 1 der Capella Monacensis

Liebeslieder und Tänze aus Mittelalter und Renaissance

1. Haute chose a en amor

Nordfranzösisches Trouvere-Lied, Gillebert de Berneville (13. Jahrhundert), (Sopran, Bariton, Flöte, Pommer, Fidel, Laute, Drehleier, Portativ, Zimbeln).

Haute chose a en amor bien la doit garder quil'a N'a pas failli a honor fins couers ou ele sera. Qui plus ainme plus metra tres tout son plaisir en bons devenir. Por valoir doit avoir chascuns bone amour sanz movoir! De trop fera son peour qui d'amors se partira. Ne james plus vilain tour en sa vie ne fera d'amor, qui la laissera. Mais sanz repantir s'i doit on tenir. Por valoir doit avoir chascuns bone amour sanz movoir!

Übersetzung: Liebe ist ein hohes Gut, wer es besitzt, muß es wohl behüten. Wo Liebe ist, wird kein zärtliches Herz hintergangen. Je mehr man liebt, desto mehr wird man sein ganzes Streben daransetzen, sich zu bessern. Nur der taugt etwas, der seine Liebe unbeirrbar bewahrt. Wer sich von seiner Liebe trennt, wird es bitter bereuen. In seinem Leben wird ihm nichts Schlimmeres begegnen, als wenn er sie verlassen will. Ohne Reue muß man an ihr festhalten. Nur der taugt etwas, der seine Liebe unbeirrbar bewahrt.

2. La rotta della manfredina MittelalterlicherNachtanz anonym (um 1400), Flöte, Pommer, Fidel, Laute, Schlagzither, Trommel.

3. Un jour je m'en allais Chanson, Giaches de Wert (1535-1596)

(Sopran, Bariton, Flöte, Dulzian, Gamben, Laute) Un jour je m'en allais, Cueillant de violettes, Je rencontrais Michaut, Qui m'a, par amourettes, Donnö ce bel oiseau, Ecoutez comme il chante. Et comme pour L'amour Ilse plaint et lamente. Ti ti le li, ti ti le li, ti ti li.... Tu es un faux garcon, Michaut, je le puis dire, Tu as par cet oiseau Tout ce que tu desires, Car par lui tu m'as fais Sentir la douce flamme Qui s'est bien doucement Ecoulee en mon ame. Ti ti le li, ti ti le li, ti ti li...

Übersetzung: Eines Tages ging ich Veilchen pflücken. Ich traf Michaut, der mir aus Zuneigung diesen schönen Vogel schenkte. Hört nur, wie er singt und aus lauter Liebe seufzt und klagt. Ti ti le li, ti ti le li, ti ti li,.... Du bist ein falscher Knabe, Michaut, das kann ich wohl sagen. Du hast durch diesen Vogel alles erreicht, was du wolltest. Durch ihn hast du mich die süße Flamme spüren lassen die mein Herz erfaßt hat. Ti ti le li, ti ti le li, ti ti li,....

4. Galliard Tanzsatz aus England Anthony Holborne (+ 1602) ,Flöte, Dulzian, Gamben, Laute.

5. Im Maien Tenorlied Ludwig Senfl (1486-1542/43), (Bariton, Flöte, Pommer, Dulzian, Gamben,Trommel)

Im Maien, im Maien hört man die Hahnen kreien. Freu' dich du schönes Bauemmeidl, wir wölln den Haber saien. Du bist mir lieber denn der Knecht, du tuest mir meine alte Recht. Es seinde zwölf Monat im ganzen langen Jahre, das sagen uns die Weisen ganz und gar für wahre. Ein jeder hat sein eigen Art, einer der zehrt, der ander spart. Refrain: Pumb, Maidlein, pumb, ich freu' mich dein ganz umb und umb, wo ich freundlich zue dir kumm, hinter dem Ofen und umb und umb. Freu dich du schönes Bauemmaidl; ich kumm, ich kumm, ich kumm.

6. Branle de Bourgogne Tanz bei Jacques Moderne (+ um 1561) (Flöte, Dulzian, Gamben, Laute, Trommel, Schellen)

7. Ich hett mir ein Endlein fürgenommen  Liedsatz mit zweifachem Cantus Firmus, Ludwig Senfl' (1486 - 1542/43), (Sopran, Bariton, Fldte, Krummhörner, Gambe, Portativ)

Ich hett mir ein Endlein fürgenommen das hieß mich um die Zwölfe kommen und da ich um die Zwölfe kam, ein groß Gerumpel im Haus vernahm. Ich borg mich hinter die Kuchen. (Endlein=Ännchen oder umgangssprachlich: Mädchen)

8. Zart schöne Frau Lautenintavolierung Nans Newsidler (1508 - 1563) (Laute)

9. Zwischen Perg und tiefem Tal Liedsatz mit zweifachem Cantus Firmus, Heinrich Isaac (um 1450 - 1517), (Sopran, Bariton, Flöte, Dulzian, Gamben)

Zwischen Perg und tiefem Tal da ligt ein freie Strassen. Wer seinen Bulen nit haben mag, der muss in faren lassen. Und nötzet mich der Maientaw, so tricknet mich Fraw Sunnen. Wo zwai herzlieb bei ainander seind, die zwai sollent sich baß besinnen.

10. Ain Padoaner Tanzsatz aus einer Baseler Handschrift Anonym, (16. Jahrhundert), Flöte, Dulzian, Gamben, Laute

11. Es taget vor dem Walde  Liedsatz mit zweifachem Cantus firmus Ludwig Senfl (1486 - 1542/43), (Sopran, Flöte, Pommer, Gamben, Laute)

Es taget vor dem Walde, stand uf, Kätterlin ! Die Hasen laufen balde, stand uf, Kätterlin ! Es taget in der Aue, stand uf, Kätterlin ! Feins Lieb, laß dich anschaue, stand uf, Kätterlin !Refrain: Holder Buhl! Heiaho, du bist min und ich bin din, stand uf, Kätterlin !

12. Es warb ein schöner Jüngling  Diskantlied, Ludwig Senfl (1486 - 1542/43) (Sopran, Flöte, Gamben, Laute)

Es warb ein schöner Jüngling über ein breiten See um eines Königs Tochter, Nach Leid geschah ihm Weh. Das bringt mir große Schmerzen, herzallerliebster Gsell. Red ich von ganzem Herzen, halts für groß Ungefäll.

13. Es taget vor dem Walde  - Ach Elslein Quodlibet aus den Melodien von 11 und 12 Ludwig Senfl (1486 - 1542/43), (Sopran, Bariton, Flöte, Pommer, Gamben, Laute)

Ach Elslein, liebes Elselein, wie gern wär ich bei dir. So sein zwei tiefe Wasser wohl zwischen dir und mir

14. Recercada Improvisationsstudie aus Spanien Diego Ortiz (1525-l570) (Gamben, Laute)

15. Pase el agoa, ma Julieta Altspanischer Liedsatz Anonym (15. Jahrhundert),  (Sopran, Bariton, Krummhörner, Laute)

Pase el agoa, ma Julieta, Dama,pase el agoa, Venite vous a moy. Ju me'n anay en un vergel. Tres rosetas fui coller, ma Julioleta, Dama, Pase el agoa, venite vous a moy.

Übersetzung: Kommt über das Wasser, meine Dame Julieta Kommt über das Wasser, kommt her zu mir. Ich ging in ein Gärtlein, um drei Rosen zu pffücken; Meine Dame Julieta, kommt über das Wasser.

16. Tentalora Italienisches Tanzlied Anonym (l6.Jahrhundert), (Sopran, Bariton, Flöte, Dulzian, Gamben, Trommel)

O tiente alora. Tu mi dai troppo tormento, Dolce a cara mia signora. Da me almen qualche contento, Che alquanto mi ristora.

Übersetzung: Oh, halt ein. Du quälst mich zu sehr, magst Du es auch süß finden, geliebte Herrin. Gib mir wenigstens etwas Trost, der mich ein wenig aufrichtet.

17. Mascherata  Karnevalsmusik aus Italien Anonym (l6.Jahrhundert), (Flöte, Dulzian, Krummhom, Gambe, Laute, Portativ, mechanisches Spielwerk)

18. Pavan Tanzsatz AnthonyHolbome (+l602), (Gamben, Trommel )

19. Now, O now, I needs must part Lautenlied mit Diminuitionen,  John Dowland (1563-1625/26) Sopran, Bariton, Gamben, Laute, Portativ.

Now, O now, I needs must part, Parting though I absent mourne; Absence can no joy empart, Joy once fled, can not returne. Sad dispaire doth drive me hence, This dispaire unkindnesse sends; If that parting be offence, It is she which thus offends. Deare, when I from thee am gone, Gone are all my joyes at once; I loved thee, and thee alone, In whose love I joyed once. And although your sight I leave, Sight where in my joyes do lie, Till that death do sense bereave, Never shall affection die.

Übersetzung: Oh, nun muß ich Abschied nehmen, obwohl ich darüber tief traurig bin. Die Trennung macht alle meine Freude zunichte, die, einmal dahin, nie mehr wiederkommt. Traurige Verzweiflung, die mich durch Herzlosigkeit ergriffen hat, reißt mich fort. Nur sie ist die Ursache dafür, daß mir dieser Abschied so schwer wird. Liebste, wenn ich von Dir gegangen bin, ist mein Glück zerbrochen. Ich liebte Dich, alleine Dich, deren Liebe ich mich einst erfreute. Und obwohl ich mich deinem Blick entziehe, in dem meine Freude liegt, soll die Liebe nie enden, bis daß der Tod die Sinne raubt.

20. Sumer is icumen in Altenglischer Kanon mit Pes (Baßgrundlage) Anonym (um 1260), (Sopran, Bariton, Flöte, Pommer, Fidel, Laute, Portativ)

Sumer is icumen in Ihude sing cuccu Groweth sed and bloweth wed and springth the wde nu. Sing cuccu. Awe bleteth after lamb, Lhouth after calve cu. Bulluc sterteth, bucke verteth. Merrie sing cuccu. Wel singet thu cuccu, Wel singet thu cuccu, Ne swik thu naver nu. Sing cuccu, sing cuccu.

Übersetzung; Der Sommer ist angekommen, singe laut Kuckuck. Aufs neue wächst die Saat, schießt das Kraut, und die Bäume schlagen aus. Singe Kuckuck! Nach dem Lamm blökt das Schaf, Nach dem Kalb muht die Kuh. Der Bulle wird störrisch und der Junghirsch furzt. Sing fröhlich Kuckuck. Schön singst Du Kuckuck. Schön singst Du Kuckuck. Schweige nun nie mehr. Sing Kuckuck. Sing Kuckuck.